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Wie man als mittelmäßiger Zeichner und unerfahrener Grafiker das schönste Buch Deutschlands macht.
Robert Nippoldt
Über 50 Teilnehmer kamen zum DesignTreff am 5. Dezember und zum Vortrag von Robert Nippoldt in den Bunten Vogel.
Zum letzten DesignTreff von grafikdesign.ms kamen am 5. Dezember deutlich über 50 Besucher, es war etwas schierig alle durchzuzählen. Nach einer kurzen Austauschrunde stellte wie immer Jakob Maser die anstehenden Termine vor. Anschliessend hielt Rober Nippoldt eine sher Vortrag mit dem kongenialen Titel: „Wie man als mittelmäßiger Zeichner und unerfahrener Grafiker das schönste Buch Deutschlands macht.“
In sehr unterhaltsamer und anschaulicher Weise erzählte er von der Entstehung seiner drei Bücher „Gangster“, „Jazz“ und „Hollywood“, die mittlerweile zahlreich prämiert wurden. Dabei erhielten die Zuhörer, darunter zahlreiche Stundenten der FH Design, viele hilfreiche Tipps sowaohl zur Entwicklung eines Buches, aber auch zum Umgang mit Verlagen oder zu Geschäftlichem. Sehr offen berichtete er z.B. wieviel die Bücher einbringen und dass er sehr luktrativ Motive der Bücher als Siebdrucke auf Kreuzfahrschiffen vertreibt.
Zusammengefasste Stichpunkte zum Vortrag:
Robert Nippoldt
– 1977 in Kranenburg am Niederrhein geboren
– 1999 Studium an der FH Design, Münster
– freiberuflicher Zeichner und Grafik-Designer
– arbeitet im Ateliergebäude Hafenstrasse 64
– bereits als Kind viel (mit Filzstiften) gemalt (zeigte einige Bilder aus seiner Kindheit)
– 2004 Diplomarbeit mit dem Buch „Gangster“
Gangster. Die Bosse von Chicago
– das Buch enthält Illustrationen mit Konterfeis, Szenen, sowie Infografiken
– schwarz-weiss und Zusatzfarbe rot – sehr kontrastreich
– Text ist selbst recherchiert und geschrieben
– fährt mit dem Buch zur Frankfurter Buchmesse
– will ohne Termin zum Eichborn Verlag, trifft beinahe zufällig den Verleger
– der gibt ihm den Tipp zum Gerstenberg Verlag zu gehen
– geht mit dieser „ Empfehlung“ zum Gerstenberg Verlag
– das Buch wurde 2005 veröffentlicht
– schickt das Buch zum Wettbewerb um das schönste Buch Deutschlands
– bekommt keinen Preis, aber einen detaillierten Bewertungsbogen
– entwickelt den Ehrgeiz bei diesem Wettbewerb zu gewinnen
Auszeichnungen:
– 2005 Auszeichnung des Deutschen Designer Clubs
– 2006 red dot design award
Tipp von Prof. Herrenberger für das nächste Buch: „Huren & Mätressen“
Der Verlag lehnt jedoch ab, es entsteht die Idee zu „Jazz“
Jazz im New York der wilden Zwanziger
– erscheint 2007
– Zusammenarbeit mit dem Jazzinstitut und dem Musikjournalist Hans-Jürgen Schaal
– bei der Frage, wie man Farbige farbig darstellt, fragte er zufällig einen Farbigen mit neun Vorlagen: am besten weiss
– die negativen Kommentare der Jury beim Gangster werden bei Jazz berücksichtig
– kräftigere Schriftart neben den starken Illus
– größer Buchstabenabstand bei Negativ-Text
– spannenderer Einstieg ins Buch (Titel - Vorsatz - Schmutztitel – Inhaltsverzeichnis)
– abwechslungsreiches Layout
– variablere Satzspiegel
– wieder zahlreiche, illustrierte Infografiken
– Brüche im Buch, um neue Cluster zu beginnen
– wieder Quartett-ähnliche Angaben zu Personen
– wieder Kapitel-Titel aus Original-Unterschrften
Auszeichnungen:
– 2007 „Das schönste Buch Deutschlands 2007“, Stiftung Buchkunst
– 2007 „Eines der schönsten Bücher Europas“, Illustrative
– 2008 European Design Award, Stockholm
– 2008 Nominierung Designpreis der Bundesrepublik Deutschland
Hollywood in den 30er Jahren
– erscheint 2010
Auszeichnungen:
– 2010 Buch des Monats, Deutsche Kinemathek
– 2011 red dot design award
Limitierte Sammlerausgabe „Gangster, Jazz & Hollywood
– erscheint 2011
– PDF zur Sammlerausgabe bei Gerstenberg
Entstehung eines Buches
– Entwicklung eines Storyboard(Skribble) für die Dramaturgie
– eine gute Vorlage erleichtert grundsätzlich das spätere Illustrieren
– Entwicklung eines Farbschemas
– schematischer Aufriss
– man muss wie ein Vertreter sein
– gleichzeitig auch: Projektmanager, Lektor, Herstellungsleiter, Verhandler
– möglichst nur die Rechte zum Verlegen übertragen
– weitere Vermarktungsrechte sichern
Weitere Aktivitäten von Robert Nippoldt
– Die Bücher dienen als Prestigevorteil
– bessere Verhandlungsposition bei nachfolgenden Projekten, Verlage weniger kritisch
– man schafft sich einen Namen
– die Bücher bringen über den langen Zeitraum von bis zu 3 Jahren zu wenige ein
– Haupteinnahmequelle: die Motive werden als Seriigrafien (Siebdruck) über eine Galerie auf den AIDA-Schiffen verkauft
– Zitat: „Mein Brot. Und meine Schokolade.“
– die Idee zu den Serigrafien kam über Umwege: zum Jazzbuch wollte Robert unbedingt eine CD mit der Originalmusik beilegen. Dem Verlag war das zu teuer, es sei denn, er würde sie selbst vorfinazieren (10.000 €). Dazu schlug der Steuerberater vor, Siebdrucke der Motive zu verkaufen, was weiter 5.000 € Vorfinanzierung bedeutete. Und ein Galerist schlug vor, die Drucke auf den AIDA-Schiffen anzubieten. Zum Glück einen guten Anteil von 40% verhandelt, da sich die Druck gut verkaufen.
Albert Bartel
© Fotos von Markus Bomholt
08.Dez.2011 - 11:49 von Albert Bartel (0 Kommentare)










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