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Was unterscheidet Pharma vom Maschinenbau?

Wer bestimmt, was Augenhöhe ist?

Montag Abend hat uns Maike Hohmeier ja anhand Ihres Lebenslaufs erklärt, welche Vor- und Nachteile eine Spezialisierung (in ihrem Fall auf die Pharmabranche) mit sich bringt.

Betrachtet man sich und seine Karriere - oder besser: seine Lebensplanung - als eine Marke, dann ist es in meinen Augen nur allzu notwendig, sich zu spezialisieren. Das kann eine Spezialisierung in Hinsicht auf Branchen (wie bei Maike), auf Arbeitsweisen, auf die Preisstruktur oder worauf auch immer sein. Ansonsten wird man austauschbar. Das ist bei Produkten so und das ist bei Menschen, die ja letztlich das Produkt "Kopf, Herz, Erfahrung, Leidenschaft, Persönlichkeit und Zeit", gebündelt als Arbeitskraft einbringen. Und dass man sich spezialisiert schließt ja nicht aus, dass man auch in anderen (Rand)Bereichen tätig ist, solange man sich nicht verzettelt und authentisch bleibt.

Was mich an dem Pharma-Beispiel aber tatsächlich überrascht hat, ist die Notwendigkeit, mit dem Kunden inhaltlich auf Augenhöhe kommunizieren zu können. Wir arbeiten bei uns recht viel für Kunden aus dem Maschinenbau und der dazugehörigen Forschung (u.a. Fraunhofer). Da spricht man auch nicht mit "Betriebswirten", da spricht man mit Ingenieuren, was ähnlich kompliziert sein mag wie das Gespräch mit Naturwissenschaftlern im Fall von Maike. Im Kundengespräch (Workshops, Beratung) arbeiten wir dann mit dem Kunden gemeinsam die USPs heraus. Sobald wir die haben, können wir in der Kommunikation gute Ergebnisse erzielen - und das ohne im tiefen Detail zu verstehen, wie denn die beworbene Technologie tatsächlich funktioniert (außer bei der Texterstellung).

Hängt es damit zusammen, dass Maschinenbau weniger sensibel ist als der Pharmabereich? Ist es, weil Naturwissenschaftler bzw. Mediziner eine größere Eitelkeit pflegen als Ingenieure und sich daher nur mit "Ihresgleichen" abgeben und auch nur bei "Ihresgleichen" eine Augenhöhe empfinden, die für den gegenseitigen Respekt, Achtung und Vertrauen wichtig sind? Oder liegt es einfach an unterschiedlichen Arbeits-, Denk- und Herangehensweisen von Maike und von mir im Job?

08.Dez.2009 - 19:12 von Eric Wilde (2 Kommentare)

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Kommentar von Albert Bartel | 09.Dez.2009

Vielleicht muss man auch betrachten, wessen Augenpaare da zu vergleichen sind. Wenn auf Kundenseite eher Ingenieure oder aber auch Betriebswirte das direkte Gegenüber sind, so haben diese meist ein FH-Diplom ebenso wie der Kreative auf unserer Seite – die Augenhöhe stimmt. Wie sähe es aber aus, wenn ein Grafik Designer ohne Studium und ohne Diplom, also ein selbst ernannter, auch wenn er sich Grafik Designer nennen darf, den gleichen Personen gegenübertritt? Ich denke, er würde ebenso weniger ernst genommen wie beim von Maike dargestellten Fall.
So ist dieses Standesdünkel bei genauer Betrachtung überall zu finden!?

Kommentar von Klaus Kretzer | 09.Dez.2009

Ich glaube, dass es immer sinnvoll ist, dass man sich etwas besser mit dem Produkt auskennt, wenn man dessen Vorteile herausarbeiten will. Ob man dafür jetzt alles einmal 1-2 Semester Studiert haben muss bezweifle ich.
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