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Schriftklassifizierung mit der Matrix Beinert
Wie sortiert ein Designer/Typograpf seine Schriftensammlung? Klassisch nach DIN 16518? Nach der hier vorgestellten Matrix? Oder nach einer eigenen Klassifizierung? Mit der Kommentarfunktion könnt ihr eure bevorzugte Methode vorstellen!
Matrix Beinert
Klassifikation von Druck- und Screen-Schriften für das Electronic Publishing
Schriftklassifikationsmodell für das Electronic Publishing, welches 2001 vom deutschen Typographen Wolfgang Beinert vorgeschlagen und zuletzt 2006 aktualisiert wurde. Ordnet westeuropäische und westliche Druck- undScreen-Schriften römischen Ursprungs sowie Bildzeichen (Piktogramme usw.) in eine Matrix von neun Hauptgruppen. Die Matrix dient dem Ordnen und der Verwaltung von digitalen Fonts bzw. Druck- und Screen-Schriften in Schriftenbibliotheken auf Personal Computern (z.B. Apple Macintosh ® oder PCs unter Microsoft Windows ® und Vista ®) sowie dem Studium von Schriften und deren exakter Klassifikation. Die Matrix Beinert optimiert spürbar typographische Gestaltungs- und Arbeitsprozesse, insbesondere wenn sie durch geeignete Fontmanagementsoftware, beispielsweise, Extensis Suitcase ®, Fontagent Pro ®, Font Reserve ® oder ATM Adobe ® etc. unterstützt wird.
Die Matrix Beinert wurde nicht nur für den philologischen Gebrauch entwickelt, sondern insbesondere für den digitalen, typographischen Workflow in Medienhäusern, Designstudios und Werbeagenturen. Deshalb berücksichtigt sie bereits auf der ersten Hierarchieebene (Hauptgruppen) für die Unternehmenskommunikation wichtige Corporate Typography Fonts (Schriftsysteme, CD-Schriften, DIN- ISO- und OCR-Schriften) und Fonts für elektronische Benutzeroberflächen und Lichtprojektionen (z.B. Bildschirme, Internet, Beamer, Laser etc.).
Um der babylonischen Schriftenvielfalt, modernen Auftragsstrukturen und dem Ausbildungsniveau im Segment der digitalen Typographie gerecht zu werden, wurden sowohl Hauptgruppen für Druckschriften im Sinne der klassischen Buch- und Lesetypographie als auch Hauptgruppen für die moderne Unternehmens- und Medienkommunikation geschaffen. Durch diese Neugruppierung ist es nun auch für einen User mit geringen typographischen Kenntnissen möglich, Druck- und Screen-Schriften zumindest auf der obersten Hierarchieebene plattformunabhängig auf jedem Personal Computer sinnvoll zu ordnen, was mit anderen Klassifikationsmodellen (Vox, Thibaudeau, Novarese, Alessandrini-Codex, British Standard, etc.) nicht möglich ist.
Philologisch betrachtet, gehören die Hauptgruppen 1 bis 6 zur Schriftgattung der Antiqua, also zu den rundbogigen Druck- und Screen-Schriften römischen Ursprungs mit und ohne Serifen. Abgesehen von Gebrochenen Schriftenund Nichtrömischen Schriften, gehören gemäß der Paläographie und Paläotypie alle westeuropäischen Schriftarten römischen Ursprungs zu dieser Schriftgattung.
Die Eingruppierung einer Schrift erfolgt in der Regel nach entsprechend nachvollziehbaren Merkmalen und wird jeweils durch Beispiele veranschaulicht. Des weiteren entsteht – je nach Anforderung und Kompetenz des Users – im Prinzip eine unbegrenzte Anzahl von individuellen Unter- und Nebengruppen, die sämtlich auf stilistischen Merkmalen fußen. Die Matrix Beinert korrespondiert mit internationalen Standards und Termini.
HAUPTGRUPPEN DER MATRIX BEINERT
Antiqua [Druckschriften mit[nbsp]Serifen]
Egyptienne [Druckschriften mit betonten Serifen]
Grotesk [Druckschriften ohne Serifen]
Corporate Typography Fonts [Schriftsysteme, CD-Schriften, DIN- ISO- und OCR]
Zierschriften [Decorative, Display, Schreibmaschinen- und Digitale Schreibschriften]
Bildschirmschriften [Pixel- und World Wide Web-Fonts]
Bildzeichen (Piktogramme, Ornamente, Zierrat, Logos usw.)
Kompletter Artikel auf typolexikon.de
04.Sep.2010 - 14:30 von Albert Bartel (2 Kommentare)


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Kommentar von Albert | 04.Sep.2010
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Kommentar von Nadja Kothe | 09.Sep.2010
Barock Antiqua
Firmenschriften
Gebrochene Schriften
Handschriften
Klassizistische Antiqua
OCR Schriften
Renaissance Antiqua
Serifenbetonte Linear-Antiqua
Serifenlose Linear-Antiqua
Sonstige
Switter
Im Archiv liegen die Schriften allerdings nach Schriftenhaus sortiert (Fontshop, Emigre, Linotye, …)
Dann hier für die Statistik zwei weitere Auflistungen:
70ies Style
80ies Style
90ies Style
Adobe Euro Fonts
Adobe Type Library
Barock
Computerlike
Corporate Schriften
Handschriften
Initiale
Klassizistisch
OCR Schriften
Plakatschriften
Renaissance
Römische Serifenschriften
Schmuckschriften
Serifenbetont
Serifenlos
Serifenschriften
Sonstige
Zweite Auflistung rein alphabetisch.
Und anbei noch die versprochene Einteilung, die 2001 auf dem Forum Typografie in Weimar von Indra Kupferschmidt vorgestellt wurde. Sie klassifiziert dabei die Schriften nach ihren Formen.:
Stilgruppen:
Dynamisch (humanistisches Formprinzip)
Statisch (klassizistisches Formprinzip)
Geometrisch (konstruierte Form)
Dekorativ
Provozierend
Form-Gruppen:
Antiqua (Strichstärkenkontrast, Serifen)
Antiqua-Varianten (Strichstärkenkontrast, keine Serifen)
Grotesk (gleichmäßige Strichstärken, keine Serifen)
Egyptienne (Strichstärkenkontrast, kräftige Serifen)
Schreibschriften
Fremde Schriften (Non Latin, zum Beispiel Kyrillisch)
Anbei Links: http://kupferschrift.de/cms/2009/11/schriftklassifikation/
http://www.typografie.info/typowiki/index.php?title=Schriftklassifikation_nach_Formprinzip
Grüße,
Nadja