Blog
Der vierte Design-Stammtisch: Maike Hohmeier – Spezialisierung
In der Vortragsreihe des Designstammtisches hielt diesmal Maike Hoihmeier einen Vortrag über die „Chancen und Risiken einer Spezialisierung – am Beispiel Pharma“. Stattgefunden hat der Designstammtisch wie immer am ersten Montag im Monat und wie bisher auch im A2, ergo am 7. Dezember 2009.
Wir freuen uns, dass auch diesmal zahlreiche Teilnehmer teilgenommen haben, in der Zahl über 30, und wieder waren etliche neue Gesichter dabei. Offensichtlich scheint sich unser kleiner feiner Zirkel zu etablieren. Sehr erfreut waren wir nicht nur über den guten Vortrag von Maike, sondern auch über die anschließende rege Diskussion. Abschließend hat ein Großteil den Abend mit angeregten Gesprächen und anregeneden Getränken in der Bar im Sinne eines Stammtisches fortgesetzt.
Aber im Einzelnen: In der Begrüßung stellten Jakob Maser (Neues Gestalten) und Klaus Kretzer (Gestaltungsbüro) den Stammtisch sowie unsere Xing-Gruppe und unsere Website grafikseign.ms vor, mit der Bitte, sich hier anzumelden und sich rege im Forum oder im Blog zu betätigen. Daneben haben sie auf unser Programmheft mit den Sammelbildern und der damit verbundenen Verlosung eines Designklassiker-Stuhls hingewiesen. Kommen lohnt sich also im doppelten Sinne.
Maike Hohmeier, einigen noch aus Studienzeiten an der FH Design Münster in den 90ern bekannt, stellte zunächst die Stationen ihrer Spezialisierung auf Pharmawerbung vor: Diplomarbeit über ein medizinisches Thema (Herpes), erste Anstellung bei Promotex (damals „Hausagentur“ von Wyeth Pharma), dann Umzug nach Hamburg und acht Jahre Anstellung bei Unterweger und Partner. Hier Aufstieg bis hin zur Senior Art Directorin, Creationsleiterin und Ausbilderin. Als quasi alles erreicht war, wechselte sie zu Draftfcb. Dann kam die Krise und ihre ganze Unit wurde „freigesetzt“. Über zehn Jahre in der Branche und nun kein Job.
Aufgrund der Spezialisierung auf eine spezielle Branche, die zur Zeit etwas schwächelt bzw. sich im Umbruch befindet, ist die Anzahl möglicher Stellen begrenzt, gleichzeitig ist die Konkurrenz geringer als bei normalen Werbeagenturen. Einem Wechsel in eine solche normale Agentur oder einem direkten Auftrag eines normalen Kunden stehen immer wieder auch Vorbehalte entgegen, auch für andere als Pharmaprodukte werben zu können. Trotz des Arguments, dass Werbung, ob Pharma oder andere Produkte, stets gleich funktioniert.
Man hat aber durch die Spezialisierung auch die Chance auf eigene Aufträge gerade bei kleineren mittelständischen Pharmaunternehmen. Dazu kann man bestehende Kontakte zum Beispiel im Marketing potenzieller Kunden nutzen oder die Unternehmen direkt ansprechen. Aufgrund der Erfahrungen führt man Gespräche auf gleicher Augenhöhe. Jedoch ist es zwingend, um auch Aufträge zu bekommen, mit Textern, die sich auf dem Gebiet auskennen, sowie mit Medizinern an der Seite aufzutreten.
Eine weitere Chance bietet eine Auffächerung seiner Möglichkeiten. Was kann ich sonst noch bieten? Bei Maike sind das zum Beispiel Illustration, die sie seit dem Studium immer nebenbei betrieb. Oder die eigene Geschäftsidee eines Internetshops für Triathlon-Bedürfnisse, geboren aus ihrer Begeisterung für Sport. Und eine tageweise Freelancer-Tätigkeit bei blau.de.
Zum Ende ihres unterhaltsam vorgetragenen und mit vielen Bildern unterlegten Vortrags erzählte Maike von den Vorteilen und Risiken auf ihrem Weg in die Selbständigkeit, was gleichzeitig die Überleitung zur einen rege geführten Diskussion sowohl über das Thema des Vortrags als auch über die Vor- und Nachteile selbständig, mit mehreren oder angestellt zu arbeiten. Dabei stellte sich interessanterweise auch heraus, dass der überwiegende Teil der Anwesenden tatsächlich allein arbeitet.
Der nächste Designstammtisch findet am Montag, den 4. Januar 2010 statt mit einem Vortrag von Matthias Echelmeyer (Druckhaus Lechte Medien, Emsdetten) über Veredelungskonzepte und -techniken. Über zahlreiche Teilnehmer würden wir uns freuen!
© Fotos: Albert Bartel (echtwert.de/sign) und Frank Ditten (Neues Gestelten)
07.Dez.2009 - 19:30 von Albert Bartel (0 Kommentare)












Einen Kommentar schreiben